Margot Käßmann tritt zurück

margot-kaessmann-weihnachten-540x304 “Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand”, dies waren die letzten Worte von Margot Käßmann als Vorsitzende der EKD. Was verschiedene Presseagenturen schon gegen 14 Uhr meldeten, wurde um 16 Uhr in Hannover bestätigt. Margot Käßmann ist heute mit sofortiger Wirkung von ihren Ämtern als EKD Vorsitzende und Landesbischöfin von Hannover zurückgetreten. Damit zog die 51 jährige die Konsequenzen aus ihrem Fehltritt am Samstag Abend.
Sie war mit 1,54 Promille Alkohol im Blut mit ihrem Dienstagwagen über eine rote Ampel in Hannover gefahren und dort von einem Streifenwagen angehalten worden.
Käßmann sprach in einer persönlichen Erklärung gestern, von dem schwersten Fehler in ihrem Leben, den sie sehr bereue.

Nachdem sie lange darüber nachgedacht habe, sei sie heute zu dem Schluss gekommen, dass sie ihr Amt nicht mehr mit der nötigen Autorität ausführen könne. Wäre sie im Amt geblieben, hätte sie nicht mehr die Freiheit gehabt, Missstände zu benennen. Als Beispiel dafür führte sie die umstrittenen Absätze zu Afghanistan aus ihrer Neujahrespredigt an.
In der heutigen 3 minütigen Ansprache dankte sie ihren Wegbegleitern und ihren Töchtern, die alle bei der Pressekonferenz anwesend waren. Rückfragen aus der Presse wurden nach der Ansprache nicht mehr zugelassen.

Ich persönlich, finde es sehr schade, dass Margot Käßmann wegen eines solchen Ausrutschers ihren Posten zurückgibt. Ich finde, dass auch Bischöfe und selbst die Vorsitzende der EKD nicht unfehlbar sind. Jeder Mensch macht mal Fehler und ich finde zum Beispiel die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche oder den rassistischen Angriff von Jürgen Rütgers viel schlimmer, als eine Autofahrt mit 1,5 Promille, bei der keinerlei Schaden entstanden ist. Wären die Polizisten nicht zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, wäre es überhaupt nicht aufgefallen.
Ich bedauere den Rücktritt sehr und hoffe, dass die EKD einen würdigen Nachfolger, besser noch eine würdige Nachfolgerin für Margot Käßmann finden kann.

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6 Kommentare zu „Margot Käßmann tritt zurück“

  • Ich:

    “Wären die Polizisten nicht zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen” .. wär erst recht was passiert

  • Nik:

    … und hätte zu dem Zeitpunkt zufällig ein unschuldiger Passant die Straße überquert, wäre er überfahren worden.

  • Niklas
    Twitter:
    :

    Margot Käßmann war für mich auch eine eindrucksvolle Person, die die evangelische Kirche Deutschland sehr gut angeführt hat. Ein solcher Ausrutscher ist auf jeden Fall verzeihbar, aber im Endeffekt war es ja auch ihre freie Entscheidung, die sie da getroffen hatte. Ich selber bin weder katholisch noch evangelisch, habe aber deutlich mehr Abneigungen gegen katholische Priester, die 1. nicht in der Gegenwart leben, sondern noch im Mittelalter und 2. auch sich noch an Kindern vergehen und damit ungestraft davon kommen und auch weiter Priester bleiben. Da ist eine Alkoholfahrt mit dem Auto nichts gegen.

    Das zweite was mir noch missfällt ist, dass da ein beamter scheinbar nicht den Mund halten konnte und die Story an die Bild verkaufte. Klar war das was Käßmann machte ein böser Fehler, aber das hätte gar nicht soviel Aufregung verbreiten sollen. Wenn alles richtig gelaufen wäre, dann hätte die Story es gar nicht erst bis zur Bild geschafft. jetzt hat ein beamter doch geplaudert und womöglich noch Geld dafür bekommen…

    Ciao,
    Niklas

  • Marc:

    Der Rücktritt von Käßmann – daran wird die EKD lange Zeit zu knabbern haben. Die Lücke, die hinterlässt ist sehr gross. In der kurzen Zeit wo sie im AMT war hat sie mehr erreicht als manch anderer!

  • Pochta:

    http://www.diemobilitaet.de/blog-themen/umfrageninterviews/interview-kaessmann.html

    Alkohol oder Drogen mit im Spiel sind. Ich habe gerade gelesen, dass immer mehr Autofahrer drogenauffällig sind. Das kann ich nicht nachvollziehen. ”
    Das sagt doch alles. Gut das so eine Weg ist

  • Epo:

    @Pochta: Eine solche Affaire wünscht man keinem. Du weißt nicht wieviel sie getrunken hat.

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