Der Streik des öffentlichen Dienstes in Duisburg

img_4099 „Der Arbeitskampf hat gerade erst begonnen“, rief Dieter Erdmann, Vertreter der Verdi in Duisburg seinen KollegInnen zu. Und der Arbeitskampf hat begonnen: Am 04.02. stehen viele Duisburger BürgerInnen vor verschlossenen U-Bahn Schächten. Viele reagieren mit Verständnis für die Streikenden bediensteten der öffentlichen Dienstes. 
Ein Rentner erklärt mir, dass er es richtig findet, dass die DVG ArbeiterInnen streiken. „Die haben so lange auf eine Lohnerhöhung gewartet, und nun haben auch sie eine Lohnerhöhung verdient.“ Auch einen unbefristeten Streik würde er begrüßen, obwohl er für ihn erhebliche Einschränkungen bedeuten würde. „Es kann nicht sein, dass alle Preise auf Grund der Wirtschaftskrise steigen, jedoch die Beschäftigen des öffentlichen Dienstes erneut eine Nullrunde hinnehmen müssen.“
Auf der Kundgebung am Burgplatz haben sich auch viele Auszubildende aus der Verdi Jugend versammelt. Einer von ihnen ist Thielen. Thielen kämpft um seine Übernahme nach der Ausbildung zum Landschaftsgärtner bei der Stadt Duisburg. „Eine Lohnerhöhung ist für mich eher nebensächlich.“ sagt er. „Viel wichtiger ist, dass die vielen Auszubildenden nach ihrer Ausbildung auch übernommen werden, wie es früher üblich war.“ Seine eigenen Übernahmechancen sieht er nicht als gut an und deswegen erhofft er sich von den jetzigen Tarifverhandlungen mehr Druck von Verdi auf die Arbeitgeber.
Sein Freund Tobi wurde bereits übernommen. Er ist nun Bürokaufmann bei der Stadt Duisburg. Auch er streikt nicht für mehr Geld, sondern ist als Jugendvertreter mit seinen KollegInnen zum Streik gegangen. Er findet es schade, dass sich nicht mehr Jugendliche solidarisch mit ihren KollegInnen zeigen und zur Kundgebung kommen oder sich am Streik beteiligen. „Bei Tobi hat es mit der Übernahme geklappt, aber die größte Anzahl der Auszubildenden bei der Stadt Duisburg wird nicht übernommen.“ ergänzt Thielen.

Nach der Kundgebung treffe ich in der Stadt den „Fifty-Fifty“ Verkäufer Markus. Er findet den Streik „ehrlich gesagt scheiße“. „Wir sind alle auf die Bahn angewiesen und dann können die doch nicht einfach streiken“. Die Forderung von 5% Lohnerhöhung findet er nicht angemessen. Er findet, dass die Stadt lieber mehr Leute für weniger Geld einstellen sollte, anstatt wenigen Angestellten eine Lohnerhöhung zu geben. „Wir müssen in der Wirtschaftskrise alle sparen und die wollen mehr Geld. Das geht doch so nicht.“ meint er.
Der Übernahmeforderung der Verdi Jugend steht er jedoch positiv gegenüber. Den Jugendlichen müsse eine Zukunftsperspektive gegeben werden. Eine Übernahme würde den Jugendlichen eine Perspektive geben und daher würde er diese Forderung unterstützen.

Man wird nun sehen, wie es im Arbeitskampf im öffentlichen Dienst weiter geht. Vom 10. bis zum 12.02 treffen sich die beiden Tarifparteien zur dritten Verhandlungsrunde in Potsdam. Verdi fordert weiterhin 5% mehr Lohn, die Arbeitgeber haben noch kein Gegenangebot vorgelegt. 
Falls auch die dritte Verhandlungsrunde scheitert, ist ab Ende Februar mit flächendeckenden unbefristeten Streiks zu rechnen.

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