Die Bildungsproteste gehen weiter

“Der Herbst wird heiß” hieß es von den Initiatoren des Bildungsstreiks 2009. Und wie man aus den Medien erfahren konnte, wurde der Herbst aus Sicht der Schüler und Studenten heiß. Deutschlandweit wurden über 50 Unis besetzt, was ein riesiges Presseecho hervorgerufen hat.
Nun ist der Herbst vorbei und der Winter wird auch heiß werden. Nach dem bundesweiten Bildungsstreik am 17.11. demonstrierten heute kanpp 10000 Menschen bei der Kultusministerkonferenz in Bad Godesberg in Bonn. Bei der Kultusministerkonferenz treffen sich einmal im Jahr die Kultus- und BildungsministerInnen aller Bundesländer mit Anette Schavan, der Bundesbildungsministerin. In Bad Godesberg sollten auch die Proteste der Schüler, Studenten und Eltern in diesem Jahr angesprochen werden. Es wurde unter anderem eine Reform des Master/Bachelor Systems verabschiedet.
Doch das reichte den wütenden Protestlern nicht. Sie forderten eine Schule für alle, die Abschaffung von Studiengebühren und die Abschaffung von des neuen Master und Bachelor Studiensystem, welches nach Ansicht der Studenten völlig überladen ist und nur unter enormen Zeitaufwand geschafft werden kann. Ihr Studium schaffen nur die wenigsten Studenten in der Regelstudienzeit.
Aufgerufen zu den Protesten hatte ein breites Bündnis aus Schülern, Studenten und Eltern. Viele weitere Organisationen und Verbände wie Verdi, Landeselternschaft und GEW unterstützten dies. Die Grüne Jugend, die Jusos und die Linksjugend, sowie deren Mutterparteien unterstützen die Proteste und nahmen auch zahlreich an diesen teil.


Die Kultusministerkonferenz wollte erst eine Kundgebung in hörweite des Konferenzzentrums durch die Polizei verhindern lassen. Nach der Ankündung einer Klage, die die Polizei schon einmal verloren hatte, zogen sie diese Auflage jedoch zurück. Trotz lautstarker Proteste weigerten sich die KultusministerInnen zu einem öffentlichen Dialog mit den Demonstranten auf der Kungebung. Entgegen zwischenzeitlicher Gerüchte die Minister seien nach Köln “umgezogen” blieben die MinisterInnen in Bad Godesberg und tagten weiterhin im Konferenzgebäude. Daraufhin ließen viele Demonstranten die KultusministerInnen “nachsitzen” und blockierten alle Ein- und Ausgänge, sowie die Zufahrtsstraßen zum Konferenzgelände. Die Polizei agierte dabei nicht gerade zimperlich und verletzte einige Demonstranten durch Pfefferspray- und Schlagstockeinsatz.
Auch wenn die Forderungen natürlich nicht alle erfüllt worden sind, kann man auf Grund des Beschlusses zur Überarbeitung des Master/Bachelor Systems und auf Grund der enormen Teilnehmerzahl und des darauf folgenden Presseechos auf jeden Fall von einem Erfolg sprechen.

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