Die Uni brennt

Seit einigen Wochen beherscht ein großes Thema viele der deutschsprachigen Communitys im Netz: Die Uni brennt. Doch was hat es damit auf sich? Die Uni brennt ist das zentrale Motto der Studentenproteste, die vor ca 1,5 Wochen nach Deutschland übergeschwappt sind. Angefangen hat alles in Österreich, wo vor knapp 4 Wochen die Studenten das Audimax der Uni Wien besetzen. In den folgenden Tagen folgten die Audimaxe weiterer österreichischer Unis. Vor anderthalb Wochen dann, besetzen Studenten der Uni München nach einer Solidaritätsveranstaltung den Audimax der Uni München. Somit war der Startschuss für weitere Besetzungen in Deutschland und der ganzen Welt gemacht. Zum jetzigen Zeitpunkt sind deutschlandweit über 50 Unis besetzt. Doch nicht nur in Österreich und Deutschland gehen die Studenten auf die Barrikaden. Auch in der Schweiz, in England und in den USA wurden Unis von wütenden Studenten besetzt. Die meisten Besetzungen werden durch die Unileitung geduldet, doch einige Rektoren pochten auf eine schnelle Räumung der Uni. Im zuge dessen wurde letzte Woche Sonntag das Audimax der Uni Münster durch einen größeren Polizeieinsatz geräumt. Auch die Unis in Tübingen, Duisburg und Essen wurden teilweise freiwillig, teilweise durch den Einsatz der Polizei geräumt.


Doch entmutigen lassen sich die Studenten trotzdem nicht. Am morgigen Dienstag wird es einen weltweiten Schüler- und Studentenprotesttag geben, an dem es weltweit große Demonstrationen und weitere Besetzungen geben wird. Von den Medien wurden die Proteste anfangs ignoriert, doch nachdem großflächig Unis in Deutschland besetzt wurden, wurden die Medien auf die Problematik der Studenten aufmerksam gemacht. Es folgten einige Berichte in Nachrichtensendungen und die Beteuerung der Bildungsministerin Anette Schavan (CDU), dass sie die Anliegen der Studenten verstehen würde, Besetzungen aber der falsche Weg seien.
Aber was fordern die SchülerInnen und StudentInnen weltweit? Es geht hauptsächlich um eine kostenfreie Bildung und um einen freien Zugang zur Bildung für alle. Die Studiengebühren müssen genauso abgeschafft werden, wie der längst veraltete Numerus Clausus. Außerdem wird die schnelle Durchsetzung oder alternativ die Abschaffung des Master/Bachelor Systems gefordert. Von Seiten der SchülerInnen wird eine Lernmittelfreiheit und eine Schule für alle gefordert. Desweiteren fordern die Studenten eine demokratische Uni/Schule, wo die SchülerInnen und StudentInnen größere Mitspracherechte haben.
Ob die Proteste weiter gehen oder im Snade verlaufen hängt hauptsächlich vom morgigen Protesttag ab. Wird dieser Tag einen großen Anklang und ein großes Medienecho geben, wie der letzte Bildungsstreik im Juni, dann werden die Proteste weitergehen. Wird der Anklang jedoch eher mäßig sein, werden die meisten sich entmutigen lassen und alles wird bleiben, wie es ist.
Deshalb hier nochmal die Aufforderung: Lasst euch für den morgigen Tag für eine “politische Bildungsveranstaltung” beurlauben oder bei ablehnung eures Antrags geht einfach nicht zur Schule und schließt euch den Protesten in eurer Nähe an. Wir haben nichts zu verlieren, jedoch können wir viel gewinnen. Es geht um eure Bildung und damit um eure Zukunft!

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