Diskussionsveranstaltung zur Bundestagswahl

Am gestrigen 09.09. fand im Sophie-Scholl Berufskolleg in Duisburg Marxloh eine Info- und Diskussionsveranstaltung zur anstehenden Bundestagswahl statt. Die Veranstaltung wurde organisiert und moderiert von SchülerInnen des Sportabitur Bildungsgangs. Eingeladen zu dieser Veranstaltung waren die Direktkandidaten der fünf großen Parteien für Duisburg. Die Aula war mit ca. 750 Schülern gut gefüllt. Die meisten SchülerInnen gingen mit der Erwartung anschließend ein klares Bild der Positionen der einzelnen Kandidaten zu haben in diese Veranstaltung. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einigen Erläuterungen zum Ablauf begann die Diskussion zügig, da der Zeitrahmen mit 90 Minuten sehr knapp bemessen war. Im ersten Themenblock wurden hauptsächlich Fragen aus dem Wirtschaftspolitischen Sektor und Fragen zur Lösung der Finanzkrise gestellt. Schon nach einiger Zeit hatte sich die Runde in zwei Lager aufgeteilt. Die beiden Politiker der FDP und CDU waren in ihren Antworten meist deckungsgleich oder sehr ähnlich. Im Wirtschaftssektor konnten vor allem DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen bei den Schülern mit ihren Forderungen der Umverteilung punkten. Steuersenkungen versprach nur die FDP. Wie dies finanziert werden soll, blieb den meisten Schülern unklar.


Auch das Publikum hatte sich einige Fragen überlegt und so wurden Fragen nach der Schwäche der SPD und der Wahrscheinlichkeit einer rot/rot/grünen Koalition gestellt. Nach dem Protest einiger Schülerinnen wurde von den verantwortlichen Schülern noch einmal klargestellt, dass das Thema Bildungspolitik in der Debatte nicht behandelt werden könne, da es sich bei der Bildungspolitik um Ländersache handele und es um die Bundestagswahl gehe.
Der zweite Themenblock behandelte die Arbeitsmarktpolitik der Parteien. Bei diesem Thema kam es zu einigen Angriffen von Seiten der CDU gegen seine Mitbewerber der Linkspartei und den Grünen. Nachdem sich alle zu Themen wie Mindestlohn und 1 Euro Jobs positioniert hatten, wurden wieder eine Reihe von Publikumsfragen gestellt. Beim Thema der Internetzensur waren die Kandidaten bedauerlicherweise sehr unwissend und stellten erneut zur Schau, dass die sogenannten “Offline-Politiker” ihren Namen zurecht tragen. Nur der Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen, der gelernter Systemanalytiker ist, konnte mit seiner Stellungnahme zur Onlinezensur überzeugen. Er war der einzige, der betonte, dass die Sperre wirkungslos sei und das man sich besser darauf konzentrieren sollte solche Seiten zu löschen, anstatt Sperren einzurichten, die jeder, der etwas Ahnung von Computern hat oder der einen Kumpel hat, der das Prinzip verstanden hat, diese Sperre in 10 Sekunden umgehen kann. Der Herr von der FDP hielt sich komplett zurück und der Kandidat der SPD sagte einfach nur, dass die Onlinesperren richtig seien und das das Internet kein rechtsfreier Raum sein darf. Der Kandidat der CDU lieferte noch nichtmal eine eigene Stellungnahme, sondern schloss sich einfach nur seinem SPD Vorredner an.
Alles in allem blieb der Eindruck, dass bei den Schülern des Sophie Scholl Berufskollegs wohl nur die Linkspartei und Bündnis 90/Die Grünen eine reale Chance haben, gewählt zu werden. Negativ wurde sogar von einem Lehrer bemerkt, dass der Piratenpartei, die bekanntlich auch im deutschen Bundestag sitzt, eine Einladung verweigert worden war.

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